Regionales Verkehrskonzept Obersteiermark-West

verkehrplus hat im Auftrag der Fachabteilung 18A Gesamtverkehr und Projektierung und in Kooperation mit der Region das Regionale Verkehrskonzept für die Region Obersteiermark-West, bestehend aus den politischen Bezirken Judenburg, Knittelfeld (ab 2012 Bezirk Murtal) und Murau erstellt.

Ziel des RVK ist die verbindliche Kategorisierung für die Landesstraßen L und B sowie für die ÖV-Achsen im Schienen- und Busverkehr.

Die Strukturanalyse zur Raumentwicklung und die Erreichbarkeitsanalyse zeigen, dass deutliche Disparitäten innerhalb der Region Obersteiermark-West bei der Raum- und Siedlungsstruktur, Bevölkerungs- und Sozialstruktur, sozialen Infrastruktur, Versorgungseinrichtungen und Wirtschafts- und Tourismusstruktur feststellbar sind. Folgende Trends stellen eine Herausforderung dar:

  • Zunahme von Klein- und Kleinstgemeinden mit max. 500 bzw. 1000 EinwohnerInnen (Prognosehorizont 2026: 44 von 72 Gemeinden),
  • Abnahme der Bevölkerung, besonders in den Klein- und Kleinstgemeinden,
  • Veränderung der Altersstruktur hin zu weniger SchülerInnen und mehr Älteren,
  • Zunahme des Motorisierungsgrades und Abnahme der ÖV-affinen Bevölkerungsgruppen,
  • stabiles Nettodefizit an Arbeitsplätzen,
  • stabile Soziale Infrastruktur und ausreichende Versorgungseinrichtungen,
  • unterproportionale Zunahme der Beschäftigten im Dienstleistungssektor und
  • eine Zunahme im Tourismusbereich (Nächtigungszahlen).

Eine zentrale Herausforderung für die Zukunft besteht darin, den Zugang zu Leistungen der Daseinsvorsorge gerade auch in nachfrageschwachen Räumen zu gewährleisten.

Die Großregion Obersteiermark-West setzt sich zum Ziel:

  • Österreichs Modellregion für alternative Mobilitätslösungen zu werden,
  • den Straßenzustand schrittweise zu verbessern und
  • einen übergreifenden Murtal-Takt im Öffentlichen Verkehr zu etablieren, mit einer maximalen Umsteigezeit in den Taktknoten von 15 Minuten.

Die verkehrliche Hauptachse im Öffentlichen Verkehr bildet die Südbahn durch das Murtal als Teil der Verbindung Wien - Klagenfurt. Der Bahnhof Unzmarkt ist ein wesentlicher Eisenbahnknoten und liegt am Schnittpunkt der beiden Eisenbahnlinien Südbahn und Murtalbahn, die als Schmalspurbahn bis nach Tamsweg führt. Die Seitentäler werden im Wesentlichen durch Busverbindungen erschlossen, die Verknüpfung zwischen den einzelnen Verkehrsmitteln erfolgt in den regionalen Knoten. Eine vorbildhafte flächige ÖV-Erschließung gibt es im Zentralraum durch den Regionalbus Aichfeld. Das überregionale Radwegenetz wurde in den letzten Jahren infolge des verstärkten Tourismus und aus umweltpolitischen Überlegungen in der Region stark erweitert. Die Erschließung der Seitentäler, wie z.B. des Wölzertales oder des Katschbach­­tales, wird stark forciert.

Die verkehrliche Hauptachse im Straßenverkehr bildet die vierstreifige ASFINAG- Strecke S36 von St. Michael bis Judenburg, anschließend die B 317 über den Perchauer Sattel weiterführend durch Neumarkt und Dürnstein bis zur Landesgrenze mit Kärnten. Innerhalb der Region hat die Verbindung von Unzmarkt bis Murau ebenfalls hohe Bedeutung. Die Erreichbarkeit der Haupttäler ist durch das vorhandene und geplante hochrangige Straßennetz sehr gut. Die Anschlüsse der Seitentäler sind gut gelöst.

Weitergehende Informationen entnehmen Sie bitte unserem Factsheet.